Parkinson: Psychische Symptome


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Bei der Parkinson-Erkrankung kommt es auch zu einigen psychischen Problemen, die die Gesamtsituation zusätzlich erschweren.

Depressionen

Viele Parkinson-Patienten leiden unter Depressionen.

Dies liegt wohl einerseits am Kummer über die Erkrankung an Parkinson.

Andererseits bewirkt wohl auch der Dopamin-Mangel eine Neigung zur Depression.

Oft geht die Depression den anderen Parkinson-Symptomen um Jahre voraus.

Depressionen erschweren es dem Betroffenen, die Behandlung der Parkinson-Erkrankung zuversichtlich und offensiv in Angriff zu nehmen.

Die Parkinson-Medikamente helfen meistens gut gegen die depressiven Verstimmungen, die durch den Dopaminmangel hervorgerufen werden.

Gegen den Kummer durch die Umstände der Parkinson-Erkrankung helfen Gespräche mit dem Arzt, Angehörigen, Freunden oder in Selbsthilfegruppen. In schweren Fällen kann eine psychologische Behandlung hilfreich sein.

Antriebsschwäche

Sehr häufig ist die Parkinson-Erkrankung mit einer ausgeprägten Antriebsschwäche verbunden.

Diese Antriebsschwäche ist einerseits eine Folge der Depressionen.

Andererseits sind Bewegungen bei Parkinson so erschwert, dass man sich zu jeder Bewegung mühsam aufraffen muss.

Bewegung ist jedoch sehr wichtig, um die Muskulator und Koordination möglichst gut zu erhalten. Daher sollte man die Antriebsschwäche so oft wie möglich überwinden.

Soziale Isolation

Ein Gang in die Öffentlichkeit kann für Parkinson-Patienten schnell zum Spiessrutenlauf werden.

Die gekrümmte Haltung, das Zittern und die Bewegungsstörungen werden oft irrtümlich für einen Rausch oder geistige Verwirrung gehalten. Dies wird durch Sprachstörungen und die eingeschränkte Gesichtsmimik noch verstärkt.

Daher meiden viele der Betroffenen den Kontakt mit Aussenstehenden.

Die Folge ist eine immer weiter zunehmende Isolation.

Wenn es Konflikte innerhalb der Familie gibt, ziehen sich die Betroffenen häufig auch vor den Familienmitgliedern zurück, sodass sie schliesslich völlig vereinsamen.

Gute Kontakte zu Angehörigen und Freunden können jedoch sehr bei der Bewältigung der Parkinson-Problematik helfen.

Daher ist es wichtig, dass das verständliche Zurückziehen nicht zu einer extremen Isolation ausartet.

Beim Kontakt mit Freunden und Bekannten kann es hilfreich sein, wenn man sie frühzeitig über die Parkinson-Erkrankung informiert, damit sie keine falschen Schlüsse aus dem Erscheinungsbild ziehen.

Verlangsamtes Denken - Bradyphrenie

Parkinson-Patienten denken zwar meistens genauso klar wie Gesunde.

Doch die Denkvorgänge sind bei manchen Betroffenen etwas verlangsamt.

Diese Verlangsamung des Denkens wird auch "Bradyphrenie" genannt.

Zusammen mit der eingeschränkten Mimik und eventuellen Sprachstörungen wirkt die Denk-Verlangsamung häufig wie eine geistige Verwirrung. Diese oft falsche Einschätzung erschwert den Betroffenen das Leben noch zusätzlich und fördert die Neigung zur Isolation.

Oft liegt übrigens auch gar kein verlangsamtes Denken vor und es scheint nur so als ob, weil die Bewegungen so langsam sind.

Halluzinationen

Durch die Parkinson-Medikamente kann es in einem fortgeschrittenen Stadium der Parkinson-Erkrankung zu Halluzinationen kommen.

Solche Halluzinationen werden meistens durch die Parkinson-Medikamente beispielsweise durch Dopaminagonisten ausgelöst.

Die Halluzinationen treten häufig nachts auf.

Zuerst verändern sich die Träume und werden intensiver. Bei solchen Träumen sprechen die Kranken oft im Schlaf und werden sehr unruhig.

Wenn dies der Fall ist, sollte man unbedingt den Arzt informieren, damit er die Medikamenten-Behandlung entsprechend anpasst.

Wenn die Halluzinationsneigung weiter fortschreitet, wacht der Betroffene auf und sieht Dinge, die nicht vorhanden sind. Oft werden Tiere wahrgenommen.

In seltenen Fällen kommt es auch zu Geruchs-Halluzinationen (= olfaktorische Halluzinationen), die auch tagsüber auftreten können.

Die Halluzinationen sind meistens nicht bedrohlich oder angsteinflössend.

Demenz - Geistige Verwirrung

Häufig werden Parkinson-Kranke für dement gehalten.

Das liegt an ihrem oft starren Gesichtsausdruck, den Sprachstörungen und der manchmal langsamen Denkgeschwindigkeit.

Auch die langsamen Bewegungen, das Zittern und das Einfrieren der Bewegungen können den Eindruck erwecken, dass ein Betroffener dement sei.

Die meisten Parkinson-Patienten sind jedoch nicht dement, sondern können genau so scharf denken wie gesunde Menschen.

Nur ein geringer Teil der Parkinson-Patienten erkrankt im fortgeschrittenen Parkinson-Stadium zusätzlich an einer Demenz und wird geistig verwirrt.

Die Zahlenangaben, wieviele Parkinson-Patienten an Demenz erkranken, schwanken zwischen 10% und 40% der Betroffenen. Klar ist jedoch, dass es erst im späten Verlauf der Parkinson-Erkrankung zu einem gehäuften Auftreten von geistiger Verwirrung kommt.

Manche Parkinson-Medikamente, z.B. Anticholinergika haben Demenz als Nebenwirkung. Daher werden diese Medikamente inzwischen nur noch selten verwendet, beispielsweise wenn der Tremor anders nicht beherrschbar ist.

Parkinson-Kranke leiden oft erheblich darunter, dass sie von Aussenstehenden für dement gehalten werden.

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