Parkinson: Nebensymptome


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Bei der Parkinson-Erkrankung kann es ausser zu den bekannten Kardinalsymptomen auch zu zahlreichen Nebensymptomen kommen, die man normalerweise nicht mit Parkinson in Verbindung bringen würde.

Hier finden Sie einige der wichtigsten Nebensymptome von Parkinson.

Schlafstörungen

Schlafstörungen sind ein verbreitetes Problem bei Parkinson.

Diese Schlafstörungen kommen einerseits dadurch zustande, dass man beim nächtlichen Umdrehen im Bett aufwacht. Manchmal fällt es anschliessend schwer wieder einzuschlafen.

Auch der REM-Schlaf ist bei Parkinson-Kranken häufig gestört. Sie werden in diesen Schlafphasen besonders unruhig und bewegen sich oft heftig. Dadurch kann die Bettdecke weggestrampelt werden oder der Bettnachbar gestört werden.

Die Depressionen, die häufig mit Parkinson in Verbindung stehen, können auch den Schlaf und die Fähigkeit zum Einschlafen beeinträchtigen.

Durch nächtlichen Harndrang müssen Parkinson-Patienten häufig nachts aufstehen und haben anschliessend oft Schwierigkeiten, wieder einzuschlafen.

Restless Legs

Manche Parkinson-Patienten sind auch von den sogenannten "Restless Legs" betroffen.

Bei Restless Legs bewegen sich die Füsse und Beine unwillkürlich vor allem, wenn man nachts im Bett liegt.

Die Ursachen und auch die Behandlung für Restless Legs entsprechen denen von Parkinson.

Beim Auftreten von Restless Legs kann der Schlaf zusätzlich beeinträchtigt sein.

Tages-Schläfrigkeit

Durch die nächtlichen Schlafstörungen, die Depressionen und die überforderten Nerven kommt es bei Parkinson häufig zu einer ausgeprägten Tagesschläfrigkeit.

Tagesschläfrigkeit kann auch eine Nebenwirkung der medikamentösen Behandlung sein.

Magenbeschwerden - Völlegefühl

Viele Parkinson-Patienten leiden erheblich unter Magenbeschwerden.

So wie Beweglichkeit des Bewegungsapparates eingeschränkt ist, kann auch das Verdauungssystem schlechter arbeiten.

Der Magen verdaut nicht mehr so schnell wie vorher.

Daher wird man schneller satt und leidet unter Völlegefühl und Unwohlsein.

Auch Blähungen mit Aufstossen können durch die verlangsamte Magentätigkeit auftreten.

Die Magenbeschwerden gehen oft mit Appetitlosigkeit einher und führen häufig zu einer Gewichtsabnahme.

Verstopfung

Auch die Darmmuskulatur wird durch die Parkinson-Erkrankung verlangsamt.

Dadurch kommt es in vielen Fällen zu Verstopfung.

Die Verstopfung wird von manchen Medikamenten noch verstärkt.

Gegen die Verstopfung kann man ballaststoffreiche Nahrung zu sich nehmen. Doch sollte der Vollkornanteil nicht übertrieben hoch sein, um den Magen nicht zu stark zu belasten.

Günstig sind Nahrungsergänzungsmittel, die die Gleitfähigkeit des Nahrungsbreis verbessern wie beispielsweise Leinsamen. Leinsamen nimmt man geschrotet zusammen mit Flüssigkeit, z.B. Jogurt ein.

Wenn man unter Verstopfung leidet, verweilen einige Parkinson-Medikamente, z.B. L-Dopa, länger im Körper. Dadurch kann der Körper mehr Wirkstoffe aufnehmen, die Wirkung wird verstärkt. Ausserdem verändert sich das L-Dopa im Verlauf der Verweildauer im Darm. Entsprechend verändert sich auch die Wirkung des Mittels.

Daher sollte man dem behandelnden Arzt unbedingt mitteilen, wenn man unter Verstopfung leidet, damit die Dosis der Medikamente entsprechend angepasst wird.

Durchfall

Manche Parkinson-Patienten leiden auch unter Durchfall.

Das mag paradox erscheinen, weil Durchfall wie das Gegenteil von Verstopfung scheint. Durchfall ist aber auch eine Fehlfunktion des Darms und hat daher durchaus Gemeinsamkeiten mit Verstopfung.

Auch der Durchfall ist bei Parkinson eine Folge der verschlechterten Beweglichkeit des Darms.

Wenn man unter Durchfall leidet, sollte man unbedingt viel trinken und auch salzhaltige Nahrung zu sich nehmen, um einen Flüssigkeitsmangel zu verhindern.

Flüssigkeitsmangel könnte das gesamte Befinden des Betroffenen zusätzlich zur Erkrankung erheblich einschränken.

Die eingenommenen Medikamente werden bei Durchfall verfrüht ausgeschieden, sodass der Körper nicht die erwünschte Wirkstoff-Menge aufnehmen kann. Die Dosis der Medikamente muss darum an die Durchfall-Situation angepasst werden.

Daher sollte man dem behandelnden Arzt unbedingt mitteilen, wenn man unter Durchfall leidet, damit die Dosis der Medikamente entsprechend angepasst wird.

Schweissausbrüche - Hyperhidrosis

Viele Parkinson-Patienten neigen zu Schweissausbrüchen.

Diese Schweissausbrüche treten oft nachts auf, sodass man völlig durchnässt aufwacht und Schlafanzug und Bettwäsche wechseln muss.

Wenn man häufig unter nächtlichen Schweissattacken leidet, kann es hilfreich sein, eine zweite, schon bezogene, Bettdecke, Bettlaken und einen neuen Schlafanzug bereitzulegen. Dann kann man schneller wieder in einem trockenen Bett liegen und leichter wieder einschlafen.

Fettige Haut - Salbengesicht

Manchmal wird die Haut bei Parkinson-Patienten besonders intensiv durch körpereigenen Talg gefettet.

Die Haut ist dann fettig, wie im Jugendalter. Mann nennt diese verstärkte Hautfettung auch "Seborrhoe".

Das Gesicht sieht dann meistens aus wie frisch eingecremt, weshalb man das Phänomen auch als "Salbengesicht" bezeichnet.

Bei manchen Betroffenen kommt es auch zu einer verstärkten Schuppenbildung.

Blasenschwäche

Häufig kommt es bei Parkinson zu einer Blasenfunktionsschwäche.

Die Blase kann nicht mehr viel Harn fassen, sie zieht sich oft schon bei geringer Füllmenge zusammen. Mit der bewussten Steuerung des Harnlassens gibt es auch Probleme. Der Harndrang ist manchmal nicht mehr beherrschbar.

Daher kommt es zu unterschiedlich stark ausgeprägten Inkontinenz-Problemen.

Nachts kommt es auch zu häufigem Harndrang, sodass man mehrmals in der Nacht aufstehen muss, um zur Toilette zu gehen.

Etwa die Hälfte aller Parkinson-Patienten leidet unter Funktionsstörungen der Harnblase.

Kreislaufschwäche - Schwindel

Bei vielen Parkinson-Patienten wird der Kreislauf nicht mehr richtig reguliert.

Auch dies ist eine Folge der schlechter funktionierenden Muskelbeweglichkeit, denn auch die Arterien haben Muskeln, um das Blut zu transportieren. Ebenso ist das Herz ein Muskel.

Die Kreislaufschwäche bei Parkinson äussert sich oft durch einen Kreislaufabfall im Stehen. Das nennt man "orthostatische Hypotonie".

Durch diesen Blutdruckabfall kann es zu Schwindelanfällen kommen.

Das Parkinson-Medikament L-Dopa hat zudem eine blutdrucksenkende Wirkung, sodass der Blutdruck auch in sitzender oder liegender Haltung abgesenkt wird.

Der niedrige Blutdruck kann eine vorhandene Antriebsschwäche noch verstärken.

Bei Menschen, die schon vor der Parkinson-Erkrankung unter hohem Blutdruck litten, kann die blutdrucksenkende Wirkung von L-Dopa jedoch durchaus willkommen sein.

Libido-Einschränkungen

Die Libido und das Geschlechtsleben ist bei vielen Parkinson-Patienten erheblich eingeschränkt.

Einige der Parkinson-Medikamente (z.B. L-Dopa) haben jedoch eine fördernde Wirkung auf die Libido, sodass sich das Geschlechtsleben bei guter Medikamenten-Therapie durchaus wieder erholen kann.

Pflegebedürftigkeit

In den ersten Jahren nach der Diagnose kann Parkinson meistens so gut behandelt werden, dass man noch ein fast normales Leben führen kann.

Nach sechs Jahren sind viele der Betroffenen noch voll berufstätig. Nach zehn Jahren sind es schon deutlich weniger.

Wenn die Erkrankung jahrzehntelang andauert, wirken die Medikamente immer weniger gut und es kommt zu immer ausgeprägteren Nebenwirkungen, z.B. überschiessende Bewegungen bei L-Dopa.

Ausserdem schreitet die Schwere der Erkrankung allmählich immer weiter fort.

Im Verlauf der Jahrzehnte wird die Parkinson-Erkrankung daher immer schwerwiegender.

Irgendwann werden Parkinson-Patienten zum Pflegefall.

Bei Betroffenen, die erst im hohen Alter an Parkinson erkranken, tritt diese Phase häufig gar nicht mehr ein, weil die Betroffenen schon vorher aufgrund von anderen Erkrankungen sterben.

Menschen, die schon in jüngeren Jahren an Parkinson erkranken, erreichen häufiger die Phase der Pflegebedürftigkeit durch Parkinson.

Durch eine sorgfältige medikamentöse Behandlung, regelmässige Bewegung, Krankengymnastik und Sprachtherapie kann die Pflegebedürftigkeit möglichst lange hinausgeschoben werden.

Todesursachen

Normalerweise ist die Parkinson-Erkrankung nicht tödlich.

Die Betroffenen haben bei guter medikamentöser Behandlung meistens eine nahezu gleich hohe Lebenserwartung wie Menschen, die nicht unter Parkinson leiden.

Viele Parkinson-Patienten sterben jedoch an Krankheiten, die mehr oder weniger direkt mit Parkinson in Verbindung stehen.

Dies kann beispielsweise ein Beinbruch durch einen der häufigen Stürze sein.

Typisch sind auch Lungenentzündungen durch Einatmen von Nahrung oder Speichel (= Aspirationspneumonie). Dies tritt auf, weil das Schlucken durch Parkinson erschwert werden kann.

Durch längere Bettlägerigkeit kann es zum Wundliegen (= Dekubitus) kommen. Ein fortgeschrittener Dekubitus kann über eine Blutvergiftung zum Tode führen.

Eine weitere Folge längerer Bettlägerigkeit können Thrombosen und eine Lungenembolie sein.

In seltenen Fällen kann auch die Parkinson-Erkrankung direkt tödlich wirken. Dies geschieht dann, wenn es zu einer akinetischen Krise kommt, die auch vom Notarzt nicht mehr erfolgreich behandelt werden kann.

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